MEIN NEUES HEIM

DAS TAGEBUCH AUS AMERIKA
von: Antonija Tustonjić
Wilmington
/ Der Tagesablauf war von der Auslandsorganisation vorgegeben und so verging die Zeit an diesem Tag sehr schnell und dann war meine Gastfamilie auch schon da.
Wir machten noch gemeinsame Erinnerungsfotos und fuhren anschließend mit dem Auto in mein neues zuhause, welches ab dem Zeitpunkt an, für ein ganzes Jahr mein neues Heim war.
Die Aufregung und die Euphorie ließen zu keinem dieser Zeitpunkte nach, nein es war als hätte ich in eine Steckdose meine Finger gesteckt, so viel Strom und Herzklopfen hatte ich noch nie zuvor gehabt. Umso mehr war meine Freude dann, als ich von meiner Gastfamilie mein Zimmer vorgezeigt bekam, ich hatte ein eigenes Zimmer zugeteilt bekommen, genial und ein Traum von jedem Schüler, so glaube ich zumindest.
Die ersten 2 Wochen verliefen relativ relax und ruhig. Wir befanden uns noch in den Sommerferien. Donna, meine Gastmama musste arbeiten, so war ich mit meinem Gastbruder Stephen in der Ferienzeit alleine zu Hause.
Ich war sehr gespannt auf die Ami Schule, denn ich kannte das Schulsystem nur aus dem Fernsehen und so wollte ich mich vergewissern, ob es nun tatsächlich so ist, wie ich es nur aus dem Fernsehen kannte.
Dann endlich begann auch die Schule, worauf ich mich sehr freute, neue Freunde kennen zu lernen. Das amerikanische Schulsystem war wirklich ein anderes als das bei uns in Deutschland.
Wie halt in den Serien, eine typische amerikanische Schule: In jedem Klassenzimmer hängt eine amerikanische Flagge. Die Amerikaner sind sehr stolz auf ihr Land. Jeden Morgen, wenn die Schule beginnt wird erst mal die Hymne gesungen.
Der Direktor spricht durch das Schulmikrofon und jede Klasse muss aufstehen, sich zur Flagge hinstellen und die Hymne mitsingen.
In Deutschland ging ich auf eine Private katholische Schule und wir sprachen jeden Morgen im Klassenverband ein Gebet, so war mir diese Art von Gemeinsamkeit nicht fremd, es wurde hier nur durch die amerikanische Hymne ersetzt.
Das Schulsystem in Amerika ist völlig anders im Gegensatz zu dem in Deutschland, in Berlin.
Im deutschen Schulsystem wird jeder dies kennen, die Schüler haben ein zugeteiltes Klassenzimmer, in dem den Schülern der Lernstoff von den Lehrkräften vermittelt wird. Die Lehrer also haben keinen festen Raum, sondern wandern immer von einem Klassenraum zum Anderen, außer wenn Lehrkräfte das Fach Naturwissenschaft unterrichten, dann müssen die Schüler ihren zugeteilten Raum verlassen, und gehen in den naturwissenschaftlichen Raum.
Hier in Amerika ist es umgekehrt. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum und die Schüler wechseln die Räume. Dafür wird einem 5 Minuten Zeit gegeben.
Zu Anfang, fand ich es sehr komisch, ja ein wenig auch stressig. Dabei hat es positive aber auch negative Seiten. Einerseits trifft man seine Freunde zwischen den Klassen, andererseits hat man in der kurzen Zeit keine Möglichkeit einen kleinen Snack zwischendurch mal einzunehmen oder einfach mal tief durchzuatmen, weil der Zeitfaktor doch sehr eng geschnürt ist. Die 5 Minuten werden tatsächlich zum Wechsel zwischen dem einem und dem anderen Klassenraum genutzt.
Ein weiterer drastischer Unterschied zum Vergleich des deutschen Schulsystems ist, dass das amerikanische Schulsystem für die Benotung ausschließlich nur das Schriftliche berücksichtigt. Das Mündlich wird bei der Benotung nicht berücksichtigt. Die Hausaufgaben, Tests und Quiz fließen in die Benotung ein und so entsteht dann die Endnote.
Ich persönlich mag das amerikanische Schulsystem mehr. Vielleicht deshalb, weil es eine neue Erfahrung ist, die man als junger Mensch macht. Es macht einfach mehr Spaß.
Naja genug von der Schule. Kommen wir dazu, was ich bis jetzt schon alles erlebt habe …

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